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Ferienfreizeit Lenste trotz der Coronapandemie durchgeführt

Erst Ende Juni, also drei Wochen vor dem geplanten Abfahrtstermin, fiel die Entscheidung, die Ferienfreizeit Lenste trotz der Coronapandemie stattfinden zu lassen. Viele Telefonate und E-Mails – u. a. mit den Krisenstäben im Landkreis Helmstedt und in Schleswig-Holstein – waren nötig, um letztendlich grünes Licht zu bekommen.

Zunächst musste ein Hygiene­plan entwickelt und genehmigt werden. Diesem fielen leider die jüngeren Teilnehmer zum Opfer, da es nur möglich war, Jugendliche ab dem Jahrgang 2006 mitzunehmen. Aber auch viele Betreuer hatten Bedenken und sagten für dieses Jahr ab. Die Herausforderung begann dann schon ein Wochenende vor der eigentlichen Freizeit: Da auf dem Platz des Lagers zu wenig Personal vorhanden war, fuhr eine kleine Gruppe von Betreuern nach Lenste, um die Zelte unter Anleitung selbst aufzubauen. Diese drei Tage waren zwar einerseits lustig, andererseits aber auch sehr anstrengend, zumal es an einem Tag fast durchregnete. Einige Betreuer erklärten sich sogar bereit, für die Tage bis zum Beginn der Ferienfreizeit zusätzlichen Urlaub zu nehmen, um die restlichen Kleinigkeiten zu erledigen.

Eine Woche später reisten dann 35 Teilnehmer nach fünf Stunden mit Mund-Nasen-Bdeckung im Bus in Lenste an. Diese mussten in drei Gruppen unterteilt werden, innerhalb dieser gab es keine Abstandsregeln. Zwischen den Teilnehmern verschiedener Gruppen mussten allerdings die bekannten Abstände eingehalten werden. Und so kam es auch zu einer völlig anderen Ferienfreizeit, als sowohl Teilnehmer aber auch Betreuer es gewohnt waren: Gegessen wurde nicht gemeinsam in einem großen Zelt, sondern innerhalb der Gruppen in normalen Schlafzelten, die mit Tischen und Bänken ausgestattet waren. Für alle Teilnehmer und Betreuer stand ein einziger Duschraum mit vier Duschen zur Verfügung. Diesen durften nur Jugendliche aus dem selben Zelt nach Eintrag in einer Liste gemeinsam für 30 Minuten nutzen. Auch beliebte Veranstaltungen wie das Fußballturnier oder die Lagerolympiade konnten nicht durchgeführt werden, da die Abstandsregeln zwischen den Gruppen eingehalten werden mussten. Kleinere Aktionen, wie z. B. das Bemalen von T-Shirts, wurden in die Zelte der Gruppen verlegt.

Durch großzügige Spenden von Firmen und Privatpersonen konnte der FSV Elm-Lappwald allerdings jedem Jugendlichen 50 Euro für externe Veranstaltungen zur Verfügung stellen. Und so fuhren die Gruppen zum Kartfahren nach Hamburg, in Escape­räume nach Lübeck und Kiel, gingen Klettern im Kletterpark, spielten Soccergolf auf Fehmarn oder am Weißenhäuser Strand oder machten eine »Adrenalintour« auf einem Speedboot. Auch der Hansapark konnte in diesem Jahr gleich zweimal besucht werden.

Am Ende hatten die Teilnehmer doch viel Spaß und empfanden die Einschränkungen oft gar nicht als solche: »Ich fand es gut, dass wir jederzeit duschen gehen konnten und keine fremden Gruppen in unseren Duschen waren«, so Fritzi Tuchscheerer. »Das Essen in den kleinen Gruppen war viel gemütlicher und leckerer als sonst«, merkte Luna Wiesner an. Und bei den vielen Tages- bzw. Halbtagesfahrten wurden andere Aktionen nur wenig vermisst.

»Es hat uns extrem leidgetan, dass wir in diesem Jahr nicht alle Kinder und Jugendlichen mitnehmen konnten. Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht und lange beraten und diskutiert. Letztendlich war es aber die einzige Möglichkeit, die Ferienfreizeit doch irgendwie stattfinden zu lassen«, so Carsten Bormann, der erste Vorsitzende des Freizeitsportvereins Elm-Lappwald und Lagerleiter. Und er ergänzt: »Wir hoffen und gehen davon aus, dass im nächsten Jahr wieder alle Teilnehmer dabei sein können und Spaß in Lenste vom 24. Juli bis 7. August haben!«
Informationen und weitere Fotos gibt es auf www.fsvel.de oder auf der Facebook-Seite (www.facebook.com/fsv.elm.lappwald).