Eine neue Erntekrone ziert bald das Heeseberg-Museum

Im Flur des Heeseberg-Museums in Watenstedt hing viele Jahre lang eine kleine Erntekrone, die nun erneuert werden musste.
»Die Krone ist ausgerieselt und wurde unbrauchbar«, erklärte der Ex-Vorsitzende des Förderkreises Heeseberg-Museum Manfred
Bertram aus Gevensleben. Deshalb kamen Ulrike Siemann und Lieselotte Schliephake zusammen, um mit viel Fingerfertigkeit eine neue Erntekrone zu binden.
Lieselotte Schliephake (l.) und Ulrike Siemann beim Binden der neuen Erntekrone für das Heeseberg-Museum

Beide hatten sich schon vor mehreren Monaten bereit erklärt, diesen Brauchtumsgegenstand neu anzufertigen. Verwendet wurde der alte geschmiedete Erntekranz mit vier Strängen.

»Das Korn muss den richtigen Reifegrad haben; denn die neue Erntekrone soll viele Jahre lang halten«, verdeutlichte Ulrike Siemann vom erweiterten Vorstand des Förderkreises. Verwendet haben die beiden geschickten Frauen Gerste, Hafer, Triticale und Weizen. Das Getreide wurde zu einem besonderen Zeitpunkt geschnitten und geschützt gelagert. »Das Getreide darf nicht zu grün und nicht zu reif sein«, ergänzte die Twieflingerin.
Am alten Gestell aus Eisen wurden der runde Kranz und alle vier Stränge mit neuen Büscheln geschmückt. »Die verwendete Halmlänge beträgt etwa 15 Zentimeter«, informierte Lieselotte Schliephake. Zum Schluss bekam die neue Erntekrone gelbe, rote, grüne und blaue Bänder. 

Manfred Bertram erinnerte: »Die Erntekrone wird am Jahresende immer abgehängt und an einer besonderen Stelle gut aufbewahrt.« Vor dem Abhängen der Museumserntekrone besorgte der Beigeordnete Jürgen Ehbrecht Myrtenzweige, die zwischenzeitlich den Eingangsbereich schmücken. Zum Beginn der neuen Museumssaison wird wieder die Krone mit unzähligen Getreidekörnern im Flur des Haupthauses aufgehängt.
»Das Binden einer Erntekrone ist nicht einfach und beansprucht viele Stunden«, betonte der Förderkreis-Vorsitzende Klaus
Schliephake, der den ehrenamtlichen Helferinnen großen Dank zollte.