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Der Verkauf des Flurstücks »Am Kaffeebeek« ist beschlossene Sache

Nach einigem Hin und Her bezüglich des Verkaufs des städtischen Flurstücks 423/6 zwischen Hoiersdorfer Straße und Langer Trift hinsichtlich des Preises einigte sich der Rat der Stadt Schöningen nun mehrheitlich, das 1,38 Hektar messende Areal zu den bereits im März genannten Konditionen von 10 Euro je Quadratmeter an das Planungsbüro HHF zu veräußern. Dessen Inhaber Rainer Fricke plant auf dem insgesamt 48 000 Quadratmeter großen Flurstück »Am Kaffeebeek« 38 Grundstücke, die durch ein innovatives Kalt-Nahwärme-Netz energieautark bewohnt werden könnten.

Eine Einigung, das Ackerland zwischen Hoiersdorf und Schöningen als Bauland auszuweisen, war bereits zu Beginn des Jahres im Flächennutzungsplan der Stadt vorgesehen. Auch war der Verkauf des stadteigenen Teilstückes 423/6 eigentlich schon eine klare Sache. Der Rat hatte sich dafür ausgesprochen, es zu den vom Gutachter und Katasteramt ermittelten Preis von zehn Euro je Quadratmeter zu veräußern. Dem wurde in einer nicht-öffentlichen Sitzung im Juni wider Erwarten widersprochen. Stattdessen wurden 15 Euro gefordert. Beispielsweise habe sich der Grüne Jörn Riegel »entgegen der Mehrheitsmeinung in der Gruppe« aufgrund neuer Sachverhalte umentschlossen und fühlte sich »ohne formellen Beschluss […] nicht gebunden«, berichtete die »Braunschweiger Zeitung« Anfang Juli. Aus seiner Sicht seien die zusätzlichen fünf Euro kein Hinderungsgrund, das Projekt fortzuführen. Das sah Rainer Fricke anders, er hätte dann eine neue Wirtschaftlichkeitsprüfung durchführen müssen.
Nun aber, nach weiteren Gesprächen der Politik mit dem Investor, hat sich der Rat in der Verwaltungsausschuss-Sitzung vom 20. Juli doch auf den Gutachterpreis von zehn Euro mehrheitlich geeinigt, bestätigt Frauke Hilal aus dem Bereich Bauwesen. Ein Kaufvertrag ist jedoch noch nicht abgeschlossen worden.
Laut Fricke gehe es jetzt darum, weitere externe Gutachten z. B. hinsichtlich Schall und Verkehr zu erstellen. Alle neuen Erkenntnisse würden in den Bebauungsplan eingetragen und in der kommenden Verwaltungsausschuss-Sitzung im Dezember – die im September fällt wegen der Wahlen aus – vorzustellen und zu beschließen. »Wenn alles passt und dem Bebauungsplan stattgegeben werden kann, kann hier etwas völlig Neues für die Region entstehen«, sagt Investor Fricke.
Geplant sind 38 Grundstücke für Einfamilienhäuser, Doppelhäuser und Mehrfamilienhäuser, die jeweils zwischen 700 und 900 Quadratmeter messen. »Es besteht in einem Bereich auch die Möglichkeit einer mehrgeschossigen Riegelbebauung, die gleichsam als Schallschutz dienen könnte«, so Fricke.
Das eigentlich Neue an dem Projekt ist das sogenannte Kalt-Nahwärme-Netz, sagt der Inhaber des Planungsbüros: »Die Wohneinheiten könnten mithilfe von Erdwärme und Wärmepumpen sowie Fotovoltaikanlagen völlig ohne den Einsatz fossiler Brennstoffe auskommen. Die Bewohner würden CO2-neutral und damit klimafreundlich wohnen. Soweit ich weiß, gibt es vergleichbares Projekt hier bisher nicht, sondern eher im Süden der Republik.»
Bis zur Realisierung wird also noch einige Zeit vergehen. Der erste Entwurf der Bauleitplanung hat die erste Runde geschafft. In der zweiten Runde im Dezember werden die neuen Gutachten im B-Plan integriert sein und zum neuerlichen Beschluss vorgelegt sowie der Öffentlichkeit für Eingaben zur Verfügung gestellt. Im Frühjahr kommenden Jahres könnte es dann zum Satzungsbeschluss des Bebauungsplanes »Am Kaffeebeek« – dem letzten Lückenschluss zwischen den beiden Ortschaften Schöningen und Hoiersdorf – kommen.

Sebastian Lükemann