Der FBI hilft Menschen mit Behinderungen auf dem Weg in die Arbeitswelt

Mit dem Fachdienst für betriebliche Inklusion (FBI) startet derzeit ein neues Angebot der Lebenshilfe Helmstedt durch – wird dabei aber vom Coronavirus ausgebremst.

Der von der »Aktion Mensch« geförderte Helmstedter FBI übernimmt dabei ein ganzes Paket an Aufgaben: Beratung, Qualifikation, Vermittlung in Arbeit und Aufbau von Netzwerken. Zu den Kunden des Dienstes zählen u. a. alle, die in einer klassischen Werkstatt für Menschen mit Behinderungen arbeiten könnten.
»Dazu gehören auch Menschen, die ihr Leben lang auf dem ersten Arbeitsmarkt aktiv waren und z. B. erst durch einen Schlaganfall, Burnout oder einen Unfall wieder ins Arbeitsleben finden wollen und dies alleine nicht schaffen«, erklärt Weidemann. Der FBI berät diese Menschen, sucht gemeinsam nach möglichen Arbeitgebern, vermittelt in Praktika und ist auch beim Einarbeiten im Betrieb stets dabei. »Wir begleiten den Menschen anfänglich mit einem Betreuungsschlüssel von eins zu eins in seinem neuen Arbeitsalltag«, verrät Weidemann. Dabei ist sie stets auch auf der Suche nach möglichen Arbeitgebern.

Viele ihrer Kunden könnten nach einer entsprechenden Qualifizierungsphase beispielsweise Hilfstätigkeiten in Firmen übernehmen – und auf diese Weise Fachkräfte entlasten. »Die haben dann wiederum mehr Kapazitäten für ihre eigenen Tätigkeiten. So können wir zur Problemlösung beim Fachkräftemangel mithelfen«, sagt Weidemann. Eine wichtige Voraussetzung sei, dass das Arbeitsumfeld stimmt – sich der jeweilige Mensch wohlfühle. Viele Tätigkeiten liegen im handwerklichen, sozialen oder Dienstleistungsbereich – z. B. im Gastgewerbe, bei Garten- oder Einzelhandelstätigkeiten. Die Qualifizierung für das Arbeitsleben im Allgemeinen und für die jeweiligen Aufgaben im Betrieb stellt der FBI gemeinsam mit den Fachleuten vor Ort sicher. Dies kann durchaus drei Jahre dauern. »Dafür schnüren wir für jeden Menschen ein individuelles Paket«, sagt Weidemann. 

Mit diesem neuen Dienst geht die Lebenshilfe vor allem auf die Forderungen der UN-Behindertenrechtskonvention ein. Dies ermöglicht es Menschen mit Behinderungen zu wählen, wie sie z. B. für den Einsatz in der Arbeitswelt gefördert werden wollen. Zuvor gab es für viele Menschen mit Beeinträchtigungen kaum Optio­nen. Knapp gesagt: Nach der Förderschule folgte das Arbeitsleben in der Werkstatt. »Jetzt gibt es aber eine neue Generation. Deren Eltern haben lange und hart für Inklusion gekämpft. Jetzt muss diese auch in der Arbeitswelt nach und nach umgesetzt werden«, berichtet Weidemann.

Die FBI-Koordinatorin ist daher auf der Suche nach Menschen, die sich für einen solchen Weg in die Arbeit interessieren. »Jeder Mensch mit Beeinträchtigungen, der Schwierigkeiten hat, einen Job zu finden, kann sich bei mir melden«, sagt Weidemann. Zum anderen spricht sie fortlaufend Unternehmen an. »Jedes Unternehmen könnte sich fragen: Welche Tätigkeiten, die Fachkräfte aufhalten, könnte auch eine Hilfskraft übernehmen?«, appelliert Weidemann an die Wirtschaftswelt. 

Bei Interesse können sich Ar­­beitssuchende und Unternehmen bei Weidemann unter d.weidemann@lebenshilfe-he-wf.de oder 01 57/79 01 71 33 melden.