Auf die Gewalt gegen Frauen hingewiesen

»NEIN zu Gewalt an Frauen!« war auf der Fahne von »Terre des Femmes« zu lesen, die, wie schon im vergangenen Jahr, am Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen von der Königslutteraner Gleichstellungsbeauftragten Madeleine Krauß zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) im Landkreis Helmstedt sowie dem Team »Starke Frauen Königslutter«, vertreten durch Christine M. Kaiser, am Rathaus befestigt wurde.
Christine M. Kaiser und Madeleine Krauß vor dem Plakat am Rathaus

 

»Auch hier bei uns in Königslutter sind viel zu viele Frauen und Mädchen Opfer von Gewalt. Damit werde ich nicht nur als Gleichstellungsbeauftragte, sondern vor allem auch als Polizeibeamtin tagtäglich konfrontiert. Erschreckend dabei ist, dass die häufigste Ursache von Verletzungen bei Frauen die häusliche Gewalt ist«, erläutert Madeleine Krauß und fährt fort: »Ausgerechnet im sogenannten ›trauten Heim‹ können sich viele Frauen nicht sicher fühlen vor Demütigung und Schlägen bis hin zur Vergewaltigung durch den eigenen Partner.« Dass die Täter so häufig nicht zur Rechenschaft gezogen werden, da viele Frauen vor einer Anzeige zurückschrecken, hält sie auch angesichts der während des Lockdowns zunehmenden häuslichen Gewalttaten für besorgniserregend. »Es ist dringend notwendig, dass unter Frauen niedrigschwellige Angebote wie beispielsweise das Hilfetelefon unter der Nummer 08 00/ 0 11 60 16 bekannter werden, damit sie einen Ausweg aus ihrer Not finden können.«

»Geplant war in diesem Jahr eigentlich eine größere Aktion vor dem Rathaus, zu der wir die Bevölkerung einladen wollten, doch aufgrund der aktuellen Coronaeinschränkungen haben wir uns dagegen entschieden«, so Christine M. Kaiser. »Stattdessen haben wir nun mit wechselnden Installationen im Schaufenster der Firma Kaminbau Otto Warnecke in der Westernstraße auf die verschiedenen Ausprägungen von Gewalt und deren Folgen aufmerksam gemacht.« Sie bestätigt, dass diese kleinen Szenen, die jeweils Aussagen von Gewalt betroffener Frauen veranschaulichen, durchaus verstören sollten, um leichter ins Bewusstsein der Vorübergehenden zu dringen. »Kathrin Uetze-Flügel vom Team ›Starke Frauen Königslutter‹ und ich sind schon beim Erstaufbau, aber vor allem beim ersten Wechsel der Installationen auch mit betroffenen Frauen ins Gespräch gekommen. Das hat uns umso mehr darin bestärkt, dieses Projekt fortzusetzen«, so Kaiser. Madeleine Krauß ergänzt: »Es reicht nicht hin, die Gewalt an Frauen und Mädchen in unserer Gesellschaft nur um den 25. November herum in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken. Wir planen deshalb eine weitere Aktion im Frühjahr und werden dann, wie schon im vergangenen Jahr, auch die Hilfsangebote im Landkreis nochmals auf einem Faltblatt zusammenfassen.«