Schöningens seit März 2020 amtierender Bürgermeister Malte Schneider wird zur kommenden Kommunalwahl im September 2026 nicht erneut als Kandidat antreten. Das hat der Schöninger am 13. März in der Früh persönlich seinen Kollegen und in der darauffolgenden Ratssitzung dann offiziell in einem offenen Brief mitgeteilt.
»Die Entscheidung, nicht erneut als Kandidat für das Bürgermeisteramt in Schöningen anzutreten, folgte keinem konkreten Impuls oder Anlass, sondern war ein Prozess. Mit einer Legislaturperiode arbeitet man immer auch auf ein Enddatum hin, und ich habe mir selbst und habe innerhalb meiner Familie die Frage gestellt, wie geht es weiter«, erklärt der Bürgermeister im Gespräch. »Nach fast sieben Jahren als Bürgermeister sind das Wahlamt und mein Leben eng miteinander verwoben. Es ist daher an der Zeit, sich zu überdenken und neue Wege einzuschlagen«, heißt es zudem in dem offenen Brief.

Auch vor dem Hintergrund, dass eine weitere Amtszeit nicht sechs, sondern nunmehr acht Jahre andauern würde, sei seine Entscheidung gefallen. »14 Jahre sind mir persönlich dann einfach zu viel«, so Schneider weiter. In dem Brief, den er an diesem Donnerstag an Schöninger Vertreter aus Politik und Wirtschaft sowie die Mitarbeiter richtete, ging er explizit auch darauf ein. »Kontinuität und Wechsel gehören jedoch gleichermaßen zur Demokratie, auch und gerade in Kommunen. […] Eine neue Bürgermeisterin oder ein neuer Bürgermeister wird ab 2026 neue und gegebenenfalls andere Schwerpunkte setzen als ich und, das ist gut und richtig so in einer Demokratie!«
Auch wenn er das Amt und seine anstehenden Herausforderungen an die »Infrastruktur für zentrale Bereiche unserer Daseinsvorsorge wie die Kinderbetreuung, Bebauungspläne, unsere Feuerwehren oder die Digitalisierung ebenso sachlich, wie leidenschaftlich und natürlich mit großem Engagement« ausführen werde, blickt er positiv auf bereits Geschafftes zurück. Während seiner Amtszeit, die auch von Corona, dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine und der Energiekrise geprägt war – und durch die man gut durchgekommen sei – sieht er vor allem die Einwerbung wichtiger Fördermittel für Schöningen als großen Erfolg an. »Wir haben rund eine Million Euro für die Sanierung der Sporthalle in Esbeck gewinnen können. Eine weitere Sportstätte steht ebenfalls vor der Sanierung«, sagt Schneider. Dennoch sieht er die Zweischneidigkeit dieses Schwertes, dass man als »nicht die wohlhabendste Stadt im Landkreis« für so viele Verbesserungen unbedingt auf Fördermittel angewiesen sei. Ein weiterer Punkt, der ihn sehr zufrieden stimmt, ist, dass er gemeinsam mit den Kollegen im Rathaus zunächst verhärtete Fronten habe aufbrechen und zugunsten einer konstruktiven Zusammenarbeit bewegen können.
Schon jetzt bedankt sich Schneider in seinem Schreiben für die gute Zusammenarbeit, die er während seiner Zeit als Bürgermeister erlebt habe und auf die er bis in den Herbst 2026 noch bauen könne. Auch wenn man sich natürlich nicht immer einig gewesen seien, hätten die Parteien doch immer einen Konsens für Schöningen finden können. Er hofft, dass auch die Menschen sich weiterhin mit ihren Ideen und ihren Überzeugungen in die Gemeinschaft einbringen werden. »Ich bin stolz auf das, was wir gemeinsam für Schöningen erreicht haben und blicke mit Zuversicht in die Zukunft. Wichtig ist, dass wir unser Gemeinwesen wertschätzen, Zusammenhalt leben und aufeinander achtgeben!«, schließt Schneider seinen offenen Brief.
Malte Schneider ist nun der vierte derzeit amtierende Bürgermeister im Landkreis Helmstedt, der eine weitere Kandidatur für seinen Bereich ausschließt. Bereits im Sommer 2024 verkündete Velpkes Bürgermeister Rüdiger Fricke (parteilos) seinen Rücktritt zum Ende der Legislaturperiode. Im Dezember folgte Alexander Hoppe (SPD), Bürgermeister von Königslutter, nach 14 Jahren im Amt seinem Kollegen mit der gleichen Verkündung. Graslebens Bürgermeister Carsten Strauß (SPD) ist der Vierte im Bürgermeister-Bunde, der seinen Rücktritt zu den kommenden Kommunalwahlen im September 2026 bekanntgab.
Sebastian Lükemann