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Von Boosterimpfungen und Impfdurchbrüchen

Im Landkreis Helmstedt sind laut Angaben des Gesundheitsamtes 60,53 Prozent der Bewohner vollständig geimpft. Parallel aber werden schon die ersten Boosterimpfungen an über 70-Jährige, Pflegeheimbewohner, Pfleger und besondere Risikogruppen gespritzt, deren Zweitimpfung mindestens sechs Monate zurückliegt. Darunter sind auch die Bewohner der Wohnanlage in der Marienstraße Schöningen, über deren Erstimpfung der Stadtspiegel berichtete.
Erneut konnten die meisten der Bewohner der Wohnanlage Marienstraße Schöningen auf kurzem Wege Ihre nächste Spritze – die Booster-Impfung – erhalten. Kurz zuvor hatte eine Bewohnerin mit einem Impfdurchbruch zu kämpfen Foto: Lükemann

 

Im Grunde verlief die Kampagne für die Auffrischung der Coronaimpfung wie im März und im Mai dieses Jahres, berichtet eine der Bewohnerinnen: »Im März haben wir uns in Eigeninitiative, aber mithilfe eines Sohnes einer Bewohnerin und der Kirche, der unsere Wohnanlage angehört, um Unterlagen und Impftermine gekümmert. Daraufhin kam auch schnell ein Impfteam und nahm im März die Erst- und im Mai die Zweitimpfung vor. Das war absolut problemlos. So ging es auch dieses Mal. Ich habe die benötigten Dokumente angefordert und verteilt. Nachdem wir wieder als ›Alten- und Pflegeheim‹ eingestuft worden waren, erhielten wir schnell den Termin für die Boosterimpfungen am Freitag, dem 29. Oktober. Erneut kam ein mobiles Team vom Deutschen Roten Kreuz, Kreisverband Helmstedt, und spritzte den Biontech-Impfstoff, den wir auch im Frühjahr bekamen.«

Die Bewohnerin selbst musste die Organisation jedoch kurz vor dem Impftermin abgeben. Schon am vorhergegangenen Dienstag verspürte sie erste Krankheitssymptome und zog sich zurück. »Es stellte sich ein Husten ein, der mich förmlich zerriss. Natürlich habe ich mich umgehend getestet. Am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag waren die Schnelltests negativ, am Freitag ging es mir schon wesentlich besser, aber dieser Test war dann positiv. Das bestätigte auch ein anschließender PCR-Test, dessen Ergebnis ich am Sonnabend erhielt. So konnte ich die Booster-impfung leider nicht mitnehmen. Vermutlich habe ich mich bei meinem Sohn angesteckt, der das Virus von der Arbeit mitbrachte.« 

Letztlich erhielten zwölf Bewohner die Auffrischung. Neben besagter Bewohnerin wurden weitere aus persönlichen Gründen und aus bereits im Vorfeld erfolgter Impfung an diesem Tag nicht mit der Boosterimpfung versorgt. 

Die Boosterimpfung wird von der Ständigen Impfkommission, dem RKI und zahlreichen Ärzten empfohlen. Die Impfstoffe sollen generell effektiv und anhaltend vor schweren Erkrankungen und Tod durch COVID-19 schützen. Sie lindern außerdem das Übertragungsrisiko. Dennoch zeigt sich ein Nachlassen des Impfschutzes mit der Zeit, so das RKI. Die Minderung des Schutzes liegt an verschiedenen Faktoren wie dem Impfstoff selbst, dem Alter und Immunsystem der jeweiligen Person und mehr. Es gilt dabei: Je älter der Mensch, desto schneller vermindert sich der Schutz, und auch die Immunantwort nach der Impfung fällt bei älteren Menschen insgesamt geringer aus. Das kann vermehrt zu Impfdurchbrüchen und zu schweren Krankheitsverläufen führen. Eine Auffrischung soll laut einer aktuellen israelischen Studie den Schutz wieder massiv erhöhen und im Falle einer erneuten Ansteckung vor schweren Krankheitsverläufen bewahren. 

Das Gesundheitsamt des Landkreises Helmstedt, das mit der Schließung des Helmstedter Impfzentrums zum Oktober dessen Aufgaben übernommen hat, schreibt, dass bisher 1 492 Boosterimpfungen im Landkreis durchgeführt wurden (Stand 3. November).

Sebastian Lükemann