Schloss Schliestedt installiert UV-C-Luftdesinfizierer in gerontopsychiatrischer Abteilung

Sabine Resch-Hoppstock und Bernd Janke von der Wolfenbütteler Firma Falk und Janke stellten gestern im Schloss Schliestedt im Beisein von Landtagsabgeordneten Marcus Bosse (SPD), dem Schöppenstedter Ortsvertreter Kolja Mühe (SPD) und Pressevertretern die UV-C-Luftdeinfektionsgeräte vor, die kürzlich in der gerontopsychiatrischen Abteilung installiert wurden. Zwei Großgeräte sowie sechs kleinere Exemplare desinfizieren seither die Raumluft im Treffraum und den angeschlossenen Fluren. Janke berichtet über die Wirksamkeit, die Einrichtungsleitung ist überzeugt, Bosse zeigte sich skeptisch.
Bernd Janke (v. l.), Inhaber der Wolfenbüttler Elektrofirma Falk und Janke, Schloss Schliestedt Einrichtungsleiterin Sabine Resch-Hoppstock, Hausmeister Marcel Müller, Bereichsleiterin der gerontopsychiatrischen Fachabteilung Susanne Dyba und Marcus Bosse (MdL) unter den neuen Luftdesinfektionsgeräten

Schliestedt. „Die Umsetzung der typischen die Pandemie betreffenden Maßnahmen ist bei den Bewohnern mit einer demenziellen Veränderung nicht umsetzbar. Da einige Bewohner sehr viel Nähe suchen oder viel Bewegung einfordern, möchten wir sie nicht isolieren und vom Leben abschotten. Dennoch mussten wir eine Lösung finden, auch hier abseits der Masken, steter Handdesinfektionen und Abstandsvorgaben Vorkehrungen zu schaffen“, erläutert Resch-Hoppstock die Intention. Spätestens der schwere und umfangreiche Vorfall der Coronainfektion in der Fachabteilung der Seniorenbetreuung Ende vergangenen Jahres veranlasste die Einrichtungsleitung dazu, neue Wege zu finden, ohne die dort lebenden Menschen zu sehr in ihrem Alltag zu beeinflussen. „Wir suchten auf der einen Seite nach Schutzmaßnahmen, die die Bewohner auf der anderen Seite in ihrem Leben nicht beeinträchtigen. In der Luftdesinfektion sahen wir die Lösung. Ich kannte die UV-C-Nutzung bereits aus der Trinkwasser-Reinigung, las mich also ein, recherchierte und stieß auf die Firma Falk und Janke mit ihren Viba-Clear-Geräten. Die Bewohner werden keinem Desinfektions-Sprühnebel ausgesetzt, dank der Installation unter der Decke liegen keine Kabel herum, die Maschinen arbeiten leise und bedürfen kaum einer Wartung“, zeigt sich die Sozialarbeiterin überzeugt.

Bernd Janke, Inhaber von Falk und Janke, erläutert bei der Vorstellung der neuen Luftdesinfektionsgeräte ihre Funktionsweise

Bernd Janke dankte im Zuge der Vorstellung Sabine Resch-Hoppstock, die nicht einfach eine Kundin sei, sondern das Thema lebe und auch klären möchte. Denn beide kritisierten die fehlerhafte Berichterstattung über Luftdesinfektion: „Zu oft werden alle ‚Luftreiniger‘ in einen Topf geworfen. Allerdings eliminieren unsere Viba-Clear Luftdesinfektionsgeräte Viren, Bakterien und Pilze, aber sie reinigen keine Luft. Die Raumluft, die reingeht, kommt genau so wieder raus – nur eben und vor allem virenfrei. Und eben darauf kommt es an. Im Grunde wird die Raumluft angesogen, an den UV-C-Röhren vorbeigeführt und wieder ausgegeben. Dabei spielen Luftgeschwindigkeit, Luftmenge, der Abstand von Röhre zu Gerätehülle und mehr Faktoren eine Rolle“, erläuterte der Betriebswirt, Elektromeister und Gebäude-System-Designer. Das Licht selbst – die kurzwelligen und energiereichen Strahlen von UV-C – wird im Falle der Viba-Clear Geräte in Quarzglasröhren erzeugt und weist in einem Wellenlängenbereich von 240 bis 260 nm einen stark keimtötenden Effekt auf, der bis zu 99.9999 Prozent der mit der Strahlung in Kontakt tretenden Bakterien und Viren abtötet. Das habe auch das unabhängige Hygieneinstitut Biotec in speziellen Labors mit hochintensiven Bakteriophagen des SARS-Virus getestet und bestätigte Viba-Clear bereits bei einer Einmalpassage durch die Maschine eine Inaktivierungsrate von 99,993 Prozent. Laut Janke haben das Glas und die Wellenlängen außerdem den Vorteil im Gegensatz zu UV-C-Licht im Bereich unter 200 nm eben kein Ozon zu erzeugen. Auch wenn der UV-C-Ausstoß der Geräte unter der normalen Strahlung in der freien Natur liegt, sollen die Gehäuse dennoch keine Strahlung nach außen abgeben.

Sabine Resch-Hoppstock ist durchweg überzeugt. Landtagsabgeordneter Marcus Bosse hingegen zeigte sich skeptisch und fragte nach einer Zertifizierung, womit er den Unmut Jankes provozierte. Neben der Bestätigung eines Zertifikats fuhr Janke die Politik an, trotz zahlreicher Belege für die Wirksamkeit der UV-C-Technik kein Handeln zu forcieren. „Das Thema fassen wir in Deutschland nicht an. Wir haben sogar Anfragen aus Hong Kong und schiffen unsere Geräte um den halben Erdball, anstatt auch hier vor Ort zu handeln. Die Technik ist vielleicht zu einfach, um seitens der Politik als effektiv betrachtet zu werden.“ Im Ausland habe Falk und Janke bereits zahlreiche Großprojekte begleitet und auch in Kooperation mit dem Deutschen Institut für Normung (DIN) und der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt Braunschweig (PTB) erarbeite man gerade ein Papier für die Bundesregierung. „Die Ausarbeitung könnte im August fertig sein. Dabei frage ich mich selbst, warum August, warum nicht schon letztes Jahr?“

Hausmeister Marcel Müller, der die Geräte in der gerontopsychiatrischen Fachabteilung installierte, tauscht sich mit Bernd Janke zu den neuen Geräten aus

Schließlich führte Sabine Resch-Hoppstock die Gäste, die zuvor allesamt getestete wurden in die Fachabteilung, um die neuen Geräte zu begutachten. Sowohl Janke als auch Hausmeister Marcel Müller, der die Geräte anbrachte, erläuterten weitere Fragen.