»Lab4Land«-Accelerator hat die Bewerbungsphase für Start-ups auf dem Land gestartet

Mit »Lab4Land« geht jetzt der erste Accelerator in Deutschland an den Start, der sich klar auf Inno­vationen für den ländlichen Raum fokussiert und gleichzeitig das Potenzial von Social Entrepreneurship hervorhebt.

»Diese Kombination ist in Deutschland bislang einmalig«, sagt Ulrich Bähr, Mitinitiator des Accelerators und Vorstand der CoWorkLand eG. Gefördert werden insbesondere Gründer, die sich mit ihren Geschäftsmodellen auf Innovationen für den ländlichen Raum spezialisieren. Seit dem 6. Juli läuft die Bewerbungsphase für den ersten Durchlauf im September. Die Herausforderungen, vor denen ländliche Räume stehen, sind vielschichtig. Aber Herausforderungen von heute sind gleichzeitig Chancen und potenzielle Geschäftsmodelle von morgen. Und dieses Potenzial gilt es zu heben. Dafür muss es gelingen, die Gründungsszene auf dem Land zu stärken. Denn bisher zieht es viele Start-ups in die Städte. Nur 9,8 Prozent der befragten Jungunternehmen im Start-up-Monitor 2019 haben ihren Sitz in Niedersachsen, die meisten davon in den Großstädten Hannover und Braunschweig.

Die Region Südostniedersachsen bietet mit Tausenden Studenten, ihrer günstigen geografischen Lage, starken regionalen Zentren und einem erfolgreichen Mittelstand gute Voraussetzungen für Gründungen. Der »Lab4Land«-Accelerator will diese Chancen sichtbar machen und dazu mutige Menschen vom Land und aus der Stadt zusammenbringen, um die Zukunft ländlicher Räume aktiv zu gestalten. Das Programm richtet sich an Gründerteams im frühen Stadium, die bereits eine konkrete Geschäftsidee ausgearbeitet haben und nun den nächsten Schritt Richtung Marktreife, Pilotkunden und Finanzierung einschlagen wollen. Anfang September werden sieben Teams für vier Wochen nach Schöppenstedt in den Coworking Space »DSTATION« eingeladen. Sie werden von Mentoren beraten, vernetzen sich mit potenziellen Kunden vor Ort und werden durch ein Team aus Coaches, erfolgreichen Unternehmern sowie kreativen Köpfen bei der Weiterentwicklung ihrer Geschäftsidee unterstützt.

Der Abschluss des Camps ist der Pitch vor namhaften Investoren. In diesem Rahmen werden die Teams mit engagierten Business Angels zusammengebracht, um ihnen den weiteren Weg in den Markt zu ermöglichen. Ziel ist es, mindestens zwei Teams im Anschluss in eine längerfristige Pilotierung zu schicken.
Die Idee zum »Lab4Land«-Accelerator entstand im Nachgang eines Pilotprojektes im Jahr 2019, bei dem ein mobiler Coworking­space von CoWorkLand drei Monate lang an verschiedenen Standorten im Landkreis Wolfenbüttel Station gemacht hat, um das Potenzial von Coworking in der Region zu erfassen. Das temporäre Coworking-Angebot wurde gut angenommen, sodass seit Mai 2020 mit der »DSTATION« ein dauerhaftes Angebot geschaffen worden ist. Der Accelerator soll der positiven Entwicklung nun einen zusätzlichen Schub geben.

»Mit der ›DSTATION‹ gibt es nun erstmals eine feste Anlaufstelle für Coworking-Interessierte sowie Gründer im Landkreis Wolfenbüttel«, sagt Imke Dreßler, die den Space zusammen mit ihrem Mann Ralph ins Leben gerufen hat. Aber die Pläne gehen weiter: »Unser klares Ziel ist es, ›Lab4Land‹ in Kooperation mit anderen Kommunen in ganz Deutschland an verschiedenen Standorten zu etablieren und damit Coworking und Social Entrepreneurship fest auf dem Land zu verankern«, so Ulrich Bähr von der CoWorkLand Genossenschaft. Sven Volkers von der Stiftung Zukunftsfonds Asse ist sich sicher, »dass die Vernetzung mit anderen Landkreisen bei der Gründungsförderung und in Hinblick auf die Skalierung neuer Geschäftsmodelle auch der Region Wolfenbüttel neue Impulse bringt.«
»Lab4Land« wird von der Stiftung Zukunftsfonds Asse in Wolfenbüttel, der CoWorkland eG aus Kiel und der »DSTATION« in Schöppenstedt initiiert und getragen. Alle drei Partner verfügen über jahrelange Erfahrung in der Gründungsszene auf dem Land sowie beim Thema Social Entre­preneurship und wollen diese weitergeben, perspektivisch überregional und deutschlandweit.

Die Stiftung Zukunftsfonds Asse ist Impuls- und Ideengeberin und unterstützt durch wirkungsorientierte Projektförderung die strukturelle Entwicklung des Landkreises Wolfenbüttel. Die CoWorkLand eG unterstützt ihre Mitglieder seit 2019 bei der Gründung und im Betrieb von Coworking Spaces auf allen Ebenen und gibt ihrer Kundschaft die Möglichkeit, an möglichst vielen Orten im ländlichen Raum ortsunabhängig zu arbeiten. Imke und Ralph Dreßler betreiben seit Mai 2020 mit der »DSTATION« den ersten Coworking Space in der Region. Mit ihrer Beteiligungsgesellschaft DresInvest GmbH fördern sie seit Jahren erfolgreich junge Social-Business-Unternehmen und sind bestens vernetzt mit zahlreichen Business Angels.