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Im Klostergut St. Lorenz hat die Klosterbäckerei eröffnet

Wenn weißer Rauch aus dem Kamin der Sixtinischen Kapelle steigt, bedeutet das im Vatikan, dass ein neuer Papst gewählt wurde. Rauch aus dem Kamin im Klostergut Schöningen bedeutet künftig, dass bald neue Backwaren fertig sind.
Lukas Kröhl hat kürzlich seine Klosterbäckerei im Klostergut St. Lorenz in Schöningen eröffnet
Foto: Nico Jäkel

Denn kürzlich hat Lukas Kröhl seine Klosterbäckerei eröffnet. »Die beste Lösung gegen das Aussterben des Bäckerhandwerkes ist die Eröffnung einer neuen Bäckerei«, sagt der passionierte Bäcker inmitten von reichlich Mehl, Teig in Gärkörben und seinen drei Mitarbeitern – zwei Bäckern und einer Verkäuferin.
Das, was Lukas Kröhl, der neben seiner Leidenschaft für das Backhandwerk auch Betriebswirtschaft studiert hat, mit seiner Klosterbäckerei zeigen will, ist klar: traditionelles Handwerk, mit Liebe und Leidenschaft und vor allem mit Transparenz. Aus letzterem Grund können Interessierte auch jederzeit einen Blick in die Backstube werfen. Statt der ehemaligen großen Holztore zur Scheune, die zum Backhaus umgebaut wurde, sind nun nämlich riesige Glasfenster zu finden.


Neben Transparenz ist natürlich Qualität ein Stichwort, das bei Kröhl nicht fehlen darf. Regional und saisonal sollen die Produkte sein, dazu in Bio-Qualität vorliegen. Dafür hat er seine Bäckerei zertifizieren lassen und hält die Produktpalette bewusst gering.


Vier verschiedene Brote, Brioches, Croissants und Franzbrötchen, zwei Brötchensorten, Baguette und Dinkelähren sowie Klostertaler. Vor Ort gibt es auch heiße Bio-Getränke wie Kaffee und Tee. Darüber hinaus plant Kröhl, zur Jahreszeit passende Spezialitäten auf die Karte zu setzen.


Warum eine kleine Auswahl für Qualität steht, beantwortet der Bäcker gleich selbst: »Wir arbeiten mit einer langsamen Teigführung, damit die Waren bekömmlicher und lange haltbar sind. Unser traditionelles Klosterbrot, ein herzhaftes, saftiges Dinkelbrot mit Leinsamen, hat beispielsweise eine Teigführung von 48 Stunden. Das steht im kompletten Gegensatz zur industriellen Brotproduktion, wo Zeit der Faktor für die Menge ist.«


Zeit ist ihm aber auch für sich selbst wichtig. »Ich komme aus einem Betrieb, in dem ich um 17 Uhr meine Schicht begonnen habe. Also dann, wenn alle anderen Feierabend hatten. Das wollte ich nicht. Daher habe ich auch an einem Konzept gearbeitet, das in Bezug auf den Beruf familienfreundliche Arbeitszeiten ermöglicht. Für die Ausrichtung bedeutet das: Unser Fokus liegt klar auf dem Abendbrot. Die Kunden sehen das an den Öffnungszeiten.«


Geöffnet ist die Klosterbäckerei im Klostergut St. Lorenz mittwochs bis freitags von 13 bis 18 Uhr und sonnabends und sonntags von 10 bis 15 Uhr.