Illegale Baumfällung an der Altenau

NABU Schöppenstedt schlägt Zusammenarbeit und Aufklärung vor
Direkt am geschützten Bachlauf der Altenau wurden rund 20 Bäume illegal gefällt.
Foto: Heiko Weber

Die Altenau ist ein wichtiges Fließgewässer im Landkreis Wolfenbüttel. Gerade der Oberlauf vom Elm bis zum Ortsbeginn von Schöppenstedt befindet sie sich in einem überwiegend naturnahen Zustand. Sie zählt im Landkreis zu einem der Fließgewässer mit der besten Wasserqualität und steht deshalb gesetzlich unter Schutz.

Vor kurzem kam es leider im unmittelbaren Uferbereich der Altenau zwischen Schöppenstedt und Eitzum in der Nähe des alten Bahndamms zu illegaler Fällung von mehreren Bäumen ohne vorherige Baumkontrollen. Einem aufmerksamen Bauhofmitarbeiter der Samtgemeinde Elm-Asse ist es zu verdanken, dass noch größerer Schaden vermieden werden konnte. Durch das Ordnungsamt ist die sofortige Einstellung der Baumfällungen angeordnet worden.

Dennoch ließ sich der Verursacher nicht davon abhalten, die illegal gefällten Bäume, die er eigenmächtig markiert hat, aufzuarbeiten und anschließend abzufahren. Obwohl der Vorsitzende des NABU Schöppenstedt, Heiko Weber, selbst Dipl. Forstingenieur und zertifizierter Baumkontrolleur, zwischenzeitlich vor Ort war und die Polizei und die untere Naturschutzbehörde des Landkreises Wolfenbüttel informierte. Zwei Polizeibeamt/innen waren vor Ort und nahmen den Vorgang auf.

Im Niedersächsischem Wassergesetz(NWG) ist festgelegt, dass ein standortgerechter und natürlicher Baum- und Strauchbestand zum Erhalt der ökologischen Funktionen und der Gewässerqualität zu erhalten, oder herzustellen ist.

Wo nicht aus Gründen der Verkehrssicherheit eine zwingende Entnahme von Bäumen durch Fachleute im Vorfeld als erforderlich eingestuft, durchgeführt werden muss, gehören auch Bäume mit hohem Totholzanteil oder sogar schon abgestorbene Exemplare aus ökologischen Gründen zu einer natürlichen Uferstruktur.

Um derartige Vorfälle in Zukunft zu vermeiden, schlägt der NABU Schöppenstedt eine engere Zusammenarbeit aller zuständigen Behörden, Verbände und Gemeinden vor. Verbunden mit einer besseren Aufklärung der Öffentlichkeit, um im Interesse der Allgemeinheit eine nachhaltige Sicherung von Lebensräumen wie der wunderschönen Altenau mit ihren Uferbereichen zu gewährleisten.

Fachliche Auskunft zu Fragen von Fließgewässern beim Landkreis Wolfenbüttel erteilt die Untere Wasserbehörde sowie die Untere Naturschutzbehörde

Die Altenau erstreckt sich mit einer Länge von ca. 25 Kilometern von ihrem Quellgebiet im Elm nord-östlich von Eitzum, bis zu ihrer Mündung in die Oker zwischen Halchter und Wolfenbüttel Linden.

Sie ist nicht nur ein vernetzendes Element zwischen Okeraue und dem Elm, sondern bietet mit ihren natürlich strukturierten Ufer- und Randbereichen vielen Pflanzen- und Tierarten einen besonderen Lebensraum und Nahrungsquelle. Als Beispiel für den Eisvogel, die Wasseramsel, den Schwarzstorch, aber auch der Fischotter konnte bei der Nahrungsaufnahme an der Altenau beobachtet werden.

Der in weiten Bereichen natürliche Uferbewuchs aus einer Vielzahl aus alten und jungen, gesunden aber auch abgestorbenen Bäumen und Sträuchern ist von großer ökologischer Bedeutung und sorgt unter anderem dafür, dass Uferbereiche durch Ihr Wurzelwerk stabilisiert werden, eine natürliche Beschattung des Baches gerade in heißer werdenden Sommern einen Kühleffekt bringen und so zu einem höheren Sauerstoffgehalt beitragen.

Von dem hohen Sauerstoffgehalt profitieren wieder im Wasser lebende Arten wie die Bachforelle, die Indikator für sauerstoffreiches und sauberes Wasser ist und in dem Oberlauf der Altenau noch vorkommt.

Ein hohes Maß an natürlichem Totholz bietet wiederum vielen Arten einen Lebensraum, der durch die intensive Bewirtschaftung unserer Wälder größtenteils verloren gegangen ist.

Text: NABU Schöppenstedt

Ansprechpartner: Heiko Weber, Vorsitzender, Telefon 01590-1348977