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FSV: Maximilian Sauer kommt, beide Trainer gehen

Die erste Fußballmannschaft der FSV Schöningen steht aktuell mit 30 Punkten auf dem zwölften Platz der Oberliga – sieben Punkte vor den Abstiegsrängen und mit sechs Punkten Rückstand zum Elften, dem VfL Oldenburg. Eine Lage, die sicherlich nicht unbedingt besorgniserregend ist, die aber dennoch Grund zum Handeln liefert. So erlebte die FSV in nur einer Woche spektakuläre Zu- und Abgänge.

Sportdirektor Oliver Jonas (r.) stellte Maximilian Sauer, den neuen großen Transfer der FSV Schöningen, vor. Der 100-malige Zweitliga­profi kommt aktuell vom HB Køge und wird den Verein schon zu dieser Saison sportlich wie auch hinter den Kulissen unterstützen

Mit dem 2 : 2-Remis gegen den SSV Vorsfelde konnte der letzte Negativtrend zunächst gestoppt werden. Doch nicht allein das gibt Grund zur Freude. Ganz besonders freuten sich die Verantwortlichen, dass sie kürzlich ihren neuen Transfer-Coup bekannt geben konnten. Mit Maximilian Sauer verpflichtete der FSV einen Hochkaräter. Sauer hat bereits Anstellungen für Eintracht Braunschweig, Greuther Fürth und den MSV Duisburg auf seiner Vita und mehr als 100 Zweitligaspiele auf seinem Konto. Schöningens Sportdirektor Oliver Jonas sieht darin konkrete Vorteile, die er im internen Interview verriet: »Als Spieler wird er uns ganz sicher mit viel Erfahrung Ruhe und Souveränität in der Abwehr geben, die wir gut gebrauchen können. Wir haben uns sehr um Max bemüht, und wir setzen damit nicht unbedingt ein Statement, aber den Weg konsequent fort, den die FSV eingeschlagen hat.«


Dass sich Max Sauer letztlich nach dem Weggang vom dänischen Verein der 1. Division HB Køge für die FSV Schöningen als neuen Arbeitgeber entschieden hat, ist allerdings nicht allein auf das Sportliche zu reduzieren. Der 29-Jährige, der die Profi-Karriere bewusst beendet hat, beschreibt: »Oliver Jonas hat mir das Projekt Schöningen vorgestellt. Mir war bei meinem jetzigen Karriere­schritt auch wichtig, dass ich neben dem Fußball Möglichkeiten brauche. Diese Option hat er mir aufgezeigt und mich damit überzeugt.« So will Sauer auf der einen Seite für zwei Jahre »noch mal alles rausholen, was in meinem Tank steckt«, um die FSV sportlich voranzutreiben. »Ich freue mich einfach, wieder auf dem Platz zu stehen. Die Ligazugehörigkeit ist dabei zweitrangig.« Auf der anderen Seite bekommt er die Möglichkeit, mit seinem Studienabschluss im Sportmanagment, den er während seiner längeren Verletzung im Dezember abschloss, auch in die Geschäftsführung mit reinzuschnuppern. »Eine Option, die für mich ein Thema nach der Karriere sein kann«, so der Spieler. Wenn die Spielerlaubnis erteilt ist, besteht die Möglichkeit, dass Maximilian Sauer bereits am Sonnabend, dem 20. April, um 14 Uhr beim Heimspiel gegen den SV BW Bornreihe (17. Platz) mit dem Team auflaufen kann.


Die Entscheidung liegt allerdings nicht mehr in der Hand vom ehemaligen Cheftrainer Bastian Breves oder seinem Cotrainer Thorsten Kohn. Nach seinem A-Lizenz-Schein, den Breves in Frankfurt absolviert hat, hat er sich kürzlich bei FSV-Präsident Karsten Kräcker von seiner Trainerposition freistellen lassen, wird aber bis Saisonende noch bei der U19 mit agieren. Thorsten Kohn verlässt den Verein hingegen mit sofortiger Wirkung. »Es ist mir wichtig, beiden meinen ausdrücklichen Dank für zwei erfolgreiche Jahre auszusprechen, insbesondere für eine herausragende erste Oberligasaison, und ihnen für ihre künftigen Wege alles Gute zu wünschen sowie persönlich nur das Beste!«, so Kräcker.

Bastian Breves und Thorsten Kohn (v. l.) sind nicht mehr Trainer der 1. Herren der FSV Schöningen. Während Breves in die U19 wechselt, hat Kohn den Verein verlassen. Interimstrainer sind der Abwehrspieler Daniel Reiche und der aktuell verletzte Mittelfeldmann Jan Ademeit


Als Interimstrainer werden die Spieler Daniel Reiche und Jan Ademeit fungieren. »Beide mussten wir etwas von ihrer neuen Rolle überzeugen, aber sie haben sich bereits beim ersten Spiel gegen SSV Vorsfelde gut geschlagen«, resümiert Kräcker. Reiche kann bei den kommenden Spielen nun vom Platz lenken, während der bis Saisonende ausfallende Jan Ademeit die Geschicke von der Bank aus steuert.

Die Vereinsführung befindet sich derweil in Gesprächen hinsichtlich der Trainernachfolge für die kommende Saison. Auch weitere Spielerverhandlungen sind anberaumt. Namen können jedoch der Öffentlichkeit noch nicht bekannt gegeben werden.

Sebastian Lükemann