Freibäder bleiben geschlossen – Bürger starten Petition

Während mehrere Freibäder in der Region unter strengen Hygiene- und Abstandsregelungen in Kürze ihre Türen wieder önen, hat man sich in der Samtgemeinde Elm-Asse nach intensiven Beratungen dazu entschieden, dass die Bäder in Schöppenstedt, Remlingen und Groß Denkte vorerst nicht geönet werden. »Eine Freibadsaison 2020 wird seitens der kommunalen Spitzenverbände nach derzeitigem Stand und ohne Kenntnis der genauen Rahmenbedingungen nicht empfohlen«, erklärt Samtgemeindebürgermeister Dirk Neumann, der für die Maßgaben der niedersächsischen Landesregierung in puncto Freibad-Wiedererönung nur wenig Verständnis hat.

»Zu der vom Land getroffenen Festlegung, dass Freibäder abdem 25. Mai mit Restriktionen geöffnet werden können, kann ich leider nur mein Unverständnis äußern. Wir können uns alle darüber freuen, wie positiv sich die Infektionszahlen entwickelt haben, die es nunmehr auch ermöglichen, im Freizeitbereich entsprechende Lockerungen zuzulassen. Die Umsetzung einer Freibadsaison, auch unter Beachtung der notwendigen Hygienevorgaben und Einhaltung der Abstandsregelungen, sehe ich jedoch mit sehr großer Skepsis«, ließ Neumann auf Anfrage des Stadtspiegels verlauten. Die Gründe für die Bedenken Neumanns sind eng verbunden mit Versäumnissen der Landes, die der 54-Jährige aus seiner Sicht wie folgt beschreibt. »Das zugesagte Hygienekonzept des Landes, das entsprechende Mindeststandards für die Öffnung von Freibädern definieren soll, die allerdings auch umsetzbar sein müssen, liegt immer noch nicht vor. Ein vom Landesgesundheitsamt übermitteltes Eck punktepapier fasst im Kern nur die zu lösenden Problemstellungen zusammen. Ich finde das Vorgehen für den Bereich Freibäder verantwortungslos«, so der Samtgemeindebürgermeister, der außerdem anmahnt, dass bei der getroffenen Entscheidung des Landes, eine Freibadsaison ab dem 25. Mai zuzulassen, wirtschaftliche Aspekte außer acht gelassen worden seien. Dazu würden vor allem der erhebliche personelle Mehraufwand für Einlass, Aufsicht, Reinigung zählen. Aufgrund der zahlreichen Ungereimtheiten hätten laut Neumann die kommunalen Spitzenverbände in den vergangenen Tagen die niedersächsische Landesregierung aufgefordert, die Möglichkeit der Önung der Freibäder zu verschieben, bis seitens des Landes umsetzbare Handlungsempfehlungen und ein entsprechendes Hygienekonzept für Freibäder vorgelegt werden. »Diese Forderung wurde leider vom Land völlig ignoriert «, konstatiert der Remlinger, der eine abschließende Entscheidung der Ratsgremien zur Verfahrensweise beim Thema Freibad- Wiedererönung im Verlauf des Junis ankündigt: »Die Erfahrungswerte der Freibäder, die in diesen Tagen önen, werden natürlich in den Entscheidungsprozess einfließen. 

Die Ratsgremien werden im Juni abschließend über das Öffnen der Freibäder entscheiden. Sollte die Entscheidung für eine Freibadsaison fallen, wird eine Öffnung der Freibäder Groß Denkte, Remlingen, Schöppenstedt erst Ende Juni oder Anfang Juli möglich sein.« So lange warten wollen einige Schöppenstedter derweil nicht. Vor Kurzem hat sich eine sechsköpfige Gruppe aus der Elmstadt zusammengetan und die »Initiative zur Öffnung des Freibades in Schöppenstedt« ins Leben gerufen. Für Thomas Fust, Doris Bosse, Markus Glagla, Dorit Weber, Ursel Pöschke und Burghild Jama hat die Wiedereröffnung des Schöppenstedter Freibades aufgrund der Reisebeschränkungen und der coronabedingten finanziellen Einschränkungen und des dadurch entfallenden Sommerurlaubs für viele Familien einen besonderen Stellenwert. Sie wollen, dass die Türen sich schnellstmöglich öffnen, und sammeln dafür derzeit mit einer Petition fleißig Unterschriften, um das Rathaus zum Umdenken zu bewegen. 

»Die Öffnung des Freibades ist gerade jetzt wichtig. Darüber hinaus handelt es sich bei den Freibädern um eine klassische Einric tung der Daseinsvorsorge, die auch der Gesunderhaltung der Bevölkerung dient. Wir wissen, dass diese Saison vor dem Hintergrund der Coronapandemie eine besondere sein wird und alle Verantwortlichen in die Pflicht nimmt. Trotzdem fordern wir die Verwaltung der Samtgemeinde Elm-Asse auf, unverzüglich ein Hygienekonzept zu erstellen und das Freibad in Schöppenstedt schnellstmöglich zu öffnen. Wir stehen für ein Gespräch gern zur Verfügung. Unser aller Ziel muss es sein, das Freibad kurzfristig, unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln, zu öffnen«, erklärt Mitinitiator Thomas Fust.