Der Neindorfer Bach präsentiert sich nur teilweise naturnah

Der Neindorfer Bach, der von Berklingen zur Altenau fließt, weist im Gebiet der Gemeinde Vahlberg viele gewollte Strukturen des Leitbildes eines löss-lehm-geprägten Tiefl andbäches auf. Lutz Seifert, Grünen-Ratsmitglied der Gemeinde Vahlberg, hat den Wasserabfluss beeinträchtigende Hindernisse in diesem Bereich beseitigt. Durch Totholz hervorgerufene Staubereiche führen zu Sedimentation mit einhergehender Sohlenerhöhung. Auch kann es durch Totholz, das nicht lagestabil liegt, beim Abschwemmen zu Verstopfungen von unterliegenden Durchlässen kommen.

Die Grünen weisen daraufhin, dass ein Gehölzsaum am Gewässer zahlreichen Tieren, vor allem Insekten, Amphibien, Vögeln sowie Kleinsäugern, Schutz und Lebensraum biete. 

Bach bei Berklingen
So naturnah präsentiert sich der Neindorfer Bach bei Berklingen

Büsche und Bäume am Uferrand verhinderten zudem Uferschäden an angrenzenden Grundstücken, und die Beschattung wirke der Verkrautung, der Wassererwärmung und der übermäßigen Algenbildung entgegen. Lutz Seifert sagt: »Es ist eine Freude, diesen naturnahen Bach in der Gemeinde Vahlberg zu haben. Ich bedanke mich bei allen Menschen, die immer wieder Hand anlegen und die Bäume und Büsche beschneiden.« Seifert bemängelt jedoch das Fehlen von uferbegleitenden Gehölzen am Gewässer dritter Ordnung vom Ortsausgang Groß Vahlberg in Richtung Altenau. Diesbezüglich weisen die Grünen darauf hin, dass an das Gewässer angrenzende Uferstreifen eine sehr hohe Bedeutung für die Gewässerentwicklung hätten. Ufergehölze verminderten erheblich den Nährstoff- und Pestizideintrag von angrenzenden Nutzflächen in das Gewässer, und durch die Beschattung werde eine übermäßige Wasserpflanzenentwicklung verhindert. Außerdem trügen Ufergehölze zur Landschaftsgliederung und zur Vernetzung von Lebensräumen bei. Seifert: »Dieses Gewässer ist leider nicht so naturnah. Dabei dienen naturnahe Gewässer dem Hochwasserschutz, fördern die Biodiversität und den Biotopverbund und wirken den Folgen des Klimawandels entgegen.«

Bach bei Gross Vahlberg
Ein ganz anderes Bild zeigt das Gewässer bei Groß Vahlberg

Und Angelika Uminski, Ratsmitglied der Samtgemeinde Elm- Asse, merkt an: »Wir haben das dritte Jahr in Folge mit großer Trockenheit. Das Augenmerk muss dringend darauf gerichtet sein, das Wasser in unseren Gemeinden zu halten und dafür Sorge zu tragen, die Trendwende des stetig sinkenden Grundwasserspiegels zu stoppen. Die Renaturierung von Bächen und Flüssen sowie die Wiederherstellung von Sumpfgebieten sind unverzichtbare Maßnahmen, um die fortschreitende Trockenheit zu bewältigen.«