Das Stadtfest steht erneut auf der Kippe

Nachdem das traditionsreiche Stadtfest im vergangenen Jahr aufgrund der Coronapandemie abgesagt werden musste, steht die Veranstaltung auch in diesem Jahr auf der Kippe. Auch die Einweihung des im vergangenen Frühjahr neu gestalteten Marktplatzes in der Elmstadt muss erneut verschoben werden. Zudem steht fest, dass es im ehemaligen »Sportheim« auf lange Sicht keine Gastronomie mehr geben wird.

Im April dieses Jahres hatte Besitzer Khaldoun Hage Obeid (M.), hier mit Bürgermeisterin Andrea Föninger und und ihrem Stellvertreter Rüdiger Bobka, das Aus des Schöppenstedter »Sportheims« verkündet. Ein zukünftiger Gastronomiebetrieb in der Kult-Gaststätte ist nahezu ausgeschlossen

Vier Jahre ist es nun schon her, dass das letzte Stadtfest in seiner traditionellen Art im Herzen Schöppenstedts gefeiert wurde. Anfang September 2017 startete die Jubiläumsauflage zum 40. Jahrestag, ehe ein Jahr später zunächst eine Absage aufgrund des geplanten Baustarts des Marktplatzes folgte. Dieser wurde letztlich ins Folgejahr verschoben, was hiesige Gastronomen in Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der Stadt dazu veranlasste, zumindest ein abgespecktes Marktfest zu initiieren. Nachdem im Jahr 2019 die Baumaßnahmen am Markt eine Ausrichtung unmöglich machten, sollte es im September 2020 endlich wieder losgehen, doch dann machte die Coronapandemie alle Planungen zunichte.

Nach der folgerichtigen Absage im vergangenen Jahr aufgrund der ungewissen Lage rund um Corona weckten sinkende Inzidenzzahlen Hoffnungen bei vielen Bürgern, dass das Stadtfest endlich zurückkehrt, einer Ausrichtung in 2021 sieht Schöppenstedts Bürgermeisterin Andrea Föniger auf Anfrage des Stadtspiegels allerdings skeptisch entgegen. »Die Stadtfest-Planungsgruppe wird sich in den nächsten Tagen wieder treffen. Dann soll erneut besprochen werden, ob das Stadtfest in diesem Jahr stattfinden kann bzw. soll. Aufgrund der unsicheren Corona­situation und des daraus eventuell resultierenden sehr großen logistischen und planerischen Aufwands fürchte ich jedoch, dass die Tendenz eher dahin geht, das Stadtfest abzusagen. Ich fände eine solche Absage zwar sehr, sehr schade, aber die Sicherheit und Gesundheit aller Beteiligten sind natürlich das Allerwichtigste«, dämpfte das Stadtoberhaupt die Erwartungen, fügte jedoch hinzu, dass am Ende das Planungsteam eine endgültige Entscheidung treffen werde.

Zuletzt wurde das Stadtfest in Schöppenstedt in seiner traditionellen Form im Jahr 2017 ausgerichtet. Aufnahmen wie diese wird es aufgrund der coronabedingten Lage wohl auch in diesem Jahr von dem beliebten Fest nicht geben

Während die Ausrichtung des diesjährigen Schöppenstedter Stadtfestes zwar sehr unwahrscheinlich, aber noch nicht gänzlich vom Tisch ist, steht bereits jetzt fest, dass das ebenfalls aufgrund von Corona ausgefallene Fest zur offiziellen Eröffnung des modernisierten Marktplatzes nach derzeitigem Stand erst im Jahr 2022 veranstaltet wird. Ursprünglich sollten die Feierlichkeiten mit Vertretern der Stadt, der Samtgemeinde und aus der Politik kurz nach der Fertigstellung des Bauvorhabens im März des vergangenen Jahres unter dem Motto »Markt der neuen Möglichkeiten« stattfinden. »Die Umstände in den vergangenen Monaten machten eine offizielle Einweihung unseres schönen neuen Marktplatzes leider bisher unmöglich. Wir alle hoffen, dass eine Durchführung im nächsten Jahr möglich ist und hoffentlich viele Menschen dabei sein können«, so Andrea Föniger.

In puncto Stadtfest und Marktplatzeinweihung ist bei den Menschen in Schöppenstedt also weiterhin Geduld gefragt, bis endlich wieder gemeinsam gefeiert werden darf. Gesellige Zusammentreffen sind dagegen im Schöppenstedter Sportheim auf längere Sicht passé. Nachdem Besitzer Khaldoun Hage Obeid im April die Kult-Gaststätte geschlossen hat, ist eine künftige Bewirtschaftung laut Andrea Föniger so gut wie ausgeschlossen. »Das Schöppenstedter Sportheim wird es wohl nicht mehr geben. Die Familie als Eigentümerin des Hauses hatte ja beschlossen, dass es dort keine Gastronomie mehr geben wird. Daran hat sich nichts geändert. Im Gegenteil: Große Teile der Ausstattung wurden bereits verkauft. Das Haus bleibt in Besitz der Familie; damit dürfte eine Bewirtschaftung nicht mehr in Frage kommen.«

Sebastian Nickel