Das Ensemble »Filum« botklassische Musik vor dem Schloss

Bei bedecktem Himmel und angenehmen Temperaturen boten sich ideale Bedingungen für ein klassisches Konzert vor Schloss Schliestedt. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe »Barock auf der Asse« spielte das Ensemble »Filum – alte Musik mit neuen Ohren« vor der historischen Schlosskulisse am Rondell der Auffahrt.

Ursprünglich geplant in der Vor-Coronazeit als Konzert im Spiegelsaal des Schlosses, war die Veranstaltung zwischenzeitlich als Open-Air-Konzert mit Kaffee und Kuchen modifiziert worden. Mobile Sitzplätze in der Auffahrt in Form von Gartenstühlen mit Abstand für die Besucher standen ebenso zur Verfügung wie Gemeinschaftssitzplätze für die zusammengehörigen Bewohner auf ihren Terrassen vor den Wohnbereichen und am Teich der Seniorenbetreuung.

Auch eine kleiner Informationsstand zur Assethematik war aufgebaut worden, und die Textilkünstlerin Stefanie Woch aus Wolfsburg wies auf das Projekt »Asse-Faden-Findung« hin, beidem weiterhin im heimischen Bereich entstandene Häkel- oder Strick-Pflanzenteile u. a. im Schloss abgegeben werden können, die zu einem gemeinsamen Kunstobjekt »Asse-Waldboden-Gewächs« zusammengeführt und ausgestellt werden. Diese Möglichkeit nutzten auch Vertreterinnen der Frauenhilfe Watzum-Schliestedt, die eigene Exponate aus den vergangenen Wochen mit zum Konzert brachten und an Woch übergaben.

Die bauliche Aufteilung zwischen Schloss, Langhaus und Teich bot eine ganz besondere Konzertakustik vom Standort der Musiker am Rondell aus, sodass die Musik über die gesamte Fläche getragen wurde und auch im hinteren Bereich gut zu hören war. Barocke Kaffeehausmusik mit schauspielerischer Untermalung wurde von den vier Akteuren mit Geige, Klavier, Cello und Gesang virtuos vorgetragen. Die Kaffeekantate von Bach erklang ebenso passend zur Nachmittagszeit wie Stücke von Händel und Telemann in diesem Kontext. Fast 70 Minuten Programm erfüllten die Zuhörer mit großer Freude, sodass es an Applaus und an der Sammlung per Hut nicht mangelte. Das Ensemble »Filum« und die Zuhörer waren sich einig: Dieses Format ist nicht nur in Coronazeiten eine Wiederholung wert, sondern hat als eigene Konzertform einen besonderen Charme und sollte auf jeden Fall wiederholt werden.