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Bundesverdienstkreuz an Manfred Kramer überreicht

Fünf Jahrzehnte Engagement für starke Kinder – seit seinem 16. Lebensjahr setzt sich Manfred Kramer für Kinder und Jugendliche ein. Zunächst als ehrenamtlicher Helfer für Ferienfreizeiten, seit 2008 bis heute für die Peter-Maffay-Stiftung. Als Ratsmitglied der Stadt und Samtgemeinde Schöppenstedt gestaltete er die Politik vor Ort mit und setzt sich seit vielen Jahren für die Rückholung des Atommülls aus dem Bergwerk Asse ein. Für das ein halbes Jahrhundert währende Engagement verlieh ihm Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das Bundesverdienstkreuz. Landrätin Christiana Steinbrügge überreichte ihm den Verdienstorden der Bundesrepublik.
Im August 2016 radelte Manfred Kramer (2. v. r.) mit Freunden aus Groß Vahlberg nach Auschwitz und sammelte mit dem Verkauf von Kerzen Spenden für die Peter-Maffay-Stiftung

 

»Kinder sind unsere Zukunft. Aber nicht alle Kinder haben die gleichen Startbedingungen. Hier helfen Staat und andere gesellschaftliche Organisationen mit dem Ziel, gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen und Chancen zu eröffnen. Ohne Menschen wie Manfred Kramer, die sich langfristig ehrenamtlich engagieren, kommt staatliches Handeln aber an seine Grenzen. Es ist das gesellschaftliche Engagement, das Füreinander und Miteinander, das unsere Gesellschaft zusammenhält«, sagte Landrätin Christiana Steinbrügge in ihrer Laudatio.

Schon als Jugendlicher engagierte sich Kramer für Ferienfreizeiten der Jugendorganisation »Die Falken«. In Schöppenstedt war er Vorsitzender des Stadtjugendrings und ehrenamtlicher Stadtjugendpfleger, engagierte sich im Verein »Steinbeißer« für Kinder in regionalen und sozialen Brennpunkten. »Kinder sollen neugierig und fröhlich sein, lachen und spielen und unbekümmert die Welt erobern. Im Licht, in der Sonne, in Wärme und Geborgenheit groß werden, sich geliebt, beschützt, bestärkt und verstanden fühlen«, so erklärt der Groß Vahlberger seine Motivation.

Im Jahr 2004 traf Kramer auf Peter Maffay, und schnell war die Idee geboren, mit Aktionen die Stiftung des Sängers zu unterstützen. Mit immer neuen Ideen für Aktionen sammelte Manfred Kramer in den vergangenen zwölf Jahren Spenden in Höhe von rund 103 000 Euro, die Reisekosten trug er selbst. Die Spenden gingen an die Stiftung, um Kinder und Jugendliche zu unterstützen. Dafür radelte Kramer u. a. in das rumänische Roades (deutsch: Radeln), in Spanien mit dem Mountainbike rund 1 000 Kilometer auf dem Jakobsweg, trampte durch Deutschland oder reiste nach Auschwitz, um an die im Holocaust ermordeten Kinder und Jugendliche zu erinnern. In einem persönlichen Brief gratulierte Maffay seinem Weggefährten und Unterstützer und würdigte das leidenschaftliche Engagement für seine Stiftung.
Ein schriftliches Grußwort erreichte Kramer auch von seinem langjährigen Freund, dem prominenen SPD-Poltiker Sigmar Gabriel. »Gerade unsere heutige Gesellschaft braucht Orientierung, und was könnte besser Orientierung geben, als ein gutes Beispiel? Solche Vorbilder muss man zeigen in einer Welt, in der es von schlechten Vorbildern nur so wimmelt. In Wahrheit aber gibt es millionenfach mehr gute Beispiele in unserer Gesellschaft, wo sich Menschen füreinander einsetzen. Sie auszuzeichnen und vorzustellen, bedeutet am guten Vorbild zu zeigen, wieviel wir für den Zusammenhalt und das Glück der Menschen in unserem Land erreichen können, wenn wir nur wollen. Und dass ein Leben mit anderen und für andere zu einem glücklicheren Leben wird. Für dieses Beispiel danke auch ich dir. Mit allen guten Wünschen und mit unserem alten Falkengruß ›Freundschaft‹ schicke ich dir meine herzlichen Grüße und Glückwünsche«, ließ der ehemalige Außenminister verlauten.

Worte, die Manfred Kramer sehr gefreut haben und ihn darin bestärken, sich auch in Zukunft mit vollem Engagement seinen ehrenamtlichen Aktivitäten zu widmen. »Der Blick in die Vergangenheit zeigt, was mit Motivation und Einsatz alles möglich ist. Der Weg wird weitergehen, und in den nächsten Jahren wird sicher noch das eine oder andere Projekt umgesetzt«, verspricht Kramer.

Gudrun Kramer-Grodd, Manfred Kramer und Landrätin Christiana Steinbrügge (v. l.) bei der Überreichung des Bundesverdienstkreuzes in Wolfenbüttel