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Bürgermeisterin Andrea Föniger zieht Jahresbilanz

Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine und die daraus resultierenden Herausforderungen haben auch in Schöppenstedt und seinen Ortsteilen das Geschehen in diesem Jahr weitgehend geprägt. Seit Mitte Februar bestimmen die Flüchtlingsthematik, die anhaltende Warenknappheit sowie exorbitante Preissteigerungen die Agenda und treiben den Bürgern, Geschäftsleuten und der hiesigen Politik gleichermaßen große Sorgenfalten auf die Stirn. Im Gespräch mit dem Stadtspiegel-Redakteur Sebastian Nickel blickt Schöppenstedts Bürgermeisterin Andrea Föniger zurück auf ein turbulentes Jahr mit vielen unvorhersehbaren Hürden, in dem allen Unwägbarkeiten zum Trotz einige wegweisende Projekte für eine bessere Lebensqualität realisiert worden sind.
Schöppenstedts Bürgermeisterin Andrea Föniger

Frau Föniger, inwieweit hat der Krieg in der Ukraine die Planungen der Stadt Schöppenstedt für das Jahr 2022 beeinflusst?

Mit unseren langfristigen Planungen haben wir naturgemäß bereits im Jahr 2021 begonnen. Beeinträchtigungen durch die Coronapandemie konnten wir aus unseren Erfahrungen damals mit einkalkulieren. Der Kriegsbeginn im Februar dieses Jahres hat dann natürlich vieles durcheinandergewirbelt. Plötzlich ging es darum, Geflüchtete bei uns aufzunehmen, die Energiekrise rollte auf uns zu und die Preise in vielen Bereichen explodierten. Krisen, die in unseren Überlegungen für 2022 keine Rolle gespielt hatten. Es galt für uns, andere Prioritäten zu setzen und unsere ursprünglichen Planungen neu zu definieren. Die Vorzeichen hatten sich quasi vom einen auf den anderen Tag verändert, und der Spagat zwischen der Bewältigung der Gegenwart und dem gleichzeitig nötigen Blick in die Zukunft für unsere Stadt wurde ungemein schwierig.

Wie haben Sie Ihrer Meinung nach den Spagat hinbekommen?

Besonders die Unterbringung und Versorgung der vielen Geflüchteten haben wir dank des Engagements der Mitarbeiter aus dem Rathaus und vieler ehrenamtlicher Helfer bisher super hinbekommen. Auch die vielen anderen Probleme für die Bürger und Geschäftstreibenden verlieren wir nicht aus den Augen. Hier wollen wir stets mit den Menschen in Kontakt bleiben, ihnen zuhören und helfen, wo wir können. Gleichwohl war es uns in den vergangenen Monaten aber auch wichtig, trotz aller Krisenherde die Weiterentwicklung der Stadt und der Mitgliedsgemeinden bestmöglich voranzutreiben, um bessere Bedingungen für unsere Einwohner zu schaffen.

Welche Projekte konnten im Schatten des Ukrainekonflikts in Schöppenstedt in diesem Jahr auf den Weg gebracht bzw. umgesetzt werden?

Kleinere Neuerungen gab es einige. Unter anderem stand die Reparatur der Transportleitung zum Vogelreservat an den Schöppenstedter Teichen an. In Sambleben wurde die Bushaltestelle erneuert, da diese abgängig war. In Schöppenstedt wurde derweil der Eulenspiegelspielplatz zurückgebaut, da die Sicherheit nicht mehr gewährleistet war. Mehrere Spielgeräte auf den Spielplätzen »An der Bleiche« und »Am Lindenberg« wurden dagegen neu angeschafft. In Eit­zum wurde eine zusätzliche Solarlampe für die Überquerung der Hauptstraße installiert.

Bisher beschränken sich Ihre Ausführungen auf punktuelle Verbesserungs- und Reparaturarbeiten. Gab es auch weitreichendere bzw. innovativere Maßnahmen?

Ja, die gab es. Hier ist vor allem der Glasfaserausbau zu nennen, der in diesem Jahr umgesetzt wurde. Für Firmen, aber auch für Privatpersonen hoffentlich eine Stütze für die Zukunft. Darüber hinaus hat sich auch in Sachen Barrierefreiheit einiges getan. So wurden beispielsweise an den Bushaltestellen die barrierefreien Kasseler Borde fertiggestellt. Barrierefrei ist inzwischen auch die Schöppenstedter Ampelanlage. Dies wird zukünftig auch den Insassen des Seniorenheims »An der alten Gärtnerei« zugutekommen.

Mit Kenntnis der derzeitigen Lage und unabhängig davon, welche Entwicklungen im Jahr 2023 auf uns zukommen: Welche Projekte wollen Sie und Ihre Kollegen aus dem Rathaus im kommenden Jahr umsetzen?

Angelaufen sind bereits die Planungen für die Lückenschließung des Radwegs nach Sambleben. Fest eingeplant ist auch eine neue Heizungsanlage im Dorfgemeinschaftshaus Eitzum. Ganz oben auf der Agenda steht zudem die Renovierung der Toi­lettenanlage am Marktplatz in Schöppenstedt. Die Einwohnerzahl der Stadt und seiner Ortsteile ist zuletzt gestiegen. Auch dementsprechend sollen und müssen weitere Maßnahmen wie Barrierefreiheit, Spielplätze, Freizeitmöglichkeiten weiter vorangetrieben werden. Auch ein bedarfsorientiertes Baugebiet soll möglichst erschlossen werden. Der Rat ist mit Blick auf die gegebenen finanziellen Mittel sowie die Möglichkeiten zur baulichen Umsetzung in ständigen Kontakt, um verschiedenste Dinge zu planen und voranzubringen. Auch wenn vieles nicht auf den ersten Blick sichtbar ist.

Gibt es ein paar Worte, die Sie zum Abschluss an die Schöppenstedter Bevölkerung richten möchten?

Ich danke allen Ehrenamtlichen und Helfern, allen Institutionen und Vereinen, dem Rat und der Verwaltung, der freiwilligen Feuerwehr und der hiesigen Polizei sowie allen engagierten Bürgern für die Unterstützung eines weiterhin liebens- und lebenswerten Schöppenstedts. Ich selbst bleibe natürlich gern die Ansprechpartnerin bei Problemen, Anregungen oder Wünschen. Ich wünsche allen Schöppenstedtern eine schöne Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins neue Jahr.