Am Autobahnkreuz A 2/A 39 soll ein »grünes« Gewerbegebiet entstehen

»Die Städte Braunschweig und Wolfsburg sind prägender Teil der wichtigsten Industrie- und Forschungsregion Niedersachsens. Internationale Konzerne und renommierte Forschungseinrichtungen sind hier ebenso ansässig wie ein breit gefächerter Mittelstand. Die bemerkenswerte Mischung aus Gewerbe- und Industriestätten sowie wissenschaftlichen Einrichtungen schafft die Grundlage dafür, dass sich hier Wirtschaft und Wissenschaft perfekt ergänzen. Ihre wirtschaftliche Stärke und Innovationskraft in Verbindung mit der hervorragenden Lage mitten in Europa machen die Region zu einem attraktiven Standort«, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung der Landkreise Helmstedt und Wolfenbüttel sowie der Städte Braunschweig und Wolfsburg.

 

Der durch die Braunkohlewirtschaft geprägte Landkreis Helmstedt werde in seinem Kerngebiet von dieser positiven wirtschaftlichen Entwicklung jedoch bislang nicht erfasst. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt lägen die Wirtschaftskraft und die damit verbundenen Gewerbesteuereinnahmen deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Durch das endgültige Aus der Braunkohleförderung und -verstromung verschärfe sich die schwierige wirtschaftliche Lage zusätzlich. Ein Strukturwandel hin zu zukunftsorientierten Arbeitsplätzen sei daher dringend erforderlich.

Weiter heißt es, eine positive wirtschaftliche Entwicklung sei eng verbunden mit einer aktiven kommunalen Ansiedlungspolitik. Durch die Ansiedlung von Unternehmen bzw. deren Vergrößerung könne das Arbeitsplatzangebot erhalten und ausgebaut werden. Arbeitsplätze würden gesichert oder neu geschaffen, wertvolle Fachkräfte nachhaltig an die Region gebunden, Gewerbesteuern eingenommen und lokale bzw. regionale Wertschöpfung generiert. Damit stelle die wirtschaftliche Entwicklung vor allem auch eine Wohlstandssicherung dar. 

Mit Blick auf den überregionalen Standortwettbewerb müsse der Landkreis Helmstedt attraktive und zukunftsweisende Rahmenbedingungen schaffen, um die Ansiedlung neuer Unternehmen zu fördern und den Wegzug von Bestandsunternehmen zu verhindern. Die Bereitstellung attraktiver Flächen für die Gewerbeansiedlung in Verbindung mit nachhaltigen Konzepten sei hierfür entscheidend.
Die Städte Braunschweig und Wolfsburg hätten bereits jetzt ein Defizit an Gewerbeflächen und legten daher neben der Entwicklung eines Flächenangebots auf dem eigenen Stadtgebiet auch einen Schwerpunkt auf interkommunale Kooperationen.

Um den dringend notwendigen wirtschaftlichen Strukturwandel erfolgreich zu gestalten, habe der Landkreis Helmstedt zukunftsorientierte Projekte für Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung entwickelt. Klima- und Umweltschutz sowie Nachhaltigkeit stünden dabei besonders im Fokus. Im Rahmen dieses landkreisweiten Strukturwandels gehe es um ein ausgewogenes Verhältnis von wirtschaftlichen Notwendigkeiten und ökologischen Standards. Einerseits werde der Natur nach dem Braunkohleabbau erheblicher Raum zurückgegeben, andererseits sei es erforderlich, Flächen für die langfristige Sicherung des Wohlstands der Menschen im Landkreis Helmstedt zu erschließen.
»Ein zentrales Projekt für den wirtschaftlich notwendigen Struk­turwandel und die Schaffung neuer Arbeitsplätze ist die Errichtung eines modellhaften Gewerbegebietes am Autobahnkreuz Wolfsburg/Königslutter (A 2/A 39)«, verdeutlicht der Helmstedter Landrat Gerhard Radeck. »Ziel ist es, in einem ersten Konzept zu erarbeiten, wie dieses Gewerbegebiet im nordwestlichen Teil des Landkreises Helmstedt zwischen den beiden Oberzentren Braunschweig und Wolfsburg einen auf nachhaltige Technologie ausgerichteten Schwerpunkt erhalten und damit neue, zukunftsorientierte Gesichtspunkte in den Fokus rücken kann.«

Zur Bewältigung des Strukturwandels stehe die Transformation hin zu einer ökonomischen, ökologischen sowie sozial nachhaltigen Wirtschaftsstruktur an oberster Stelle, um den Menschen in den betroffenen Regionen und insbesondere in den ländlichen Teilen neue wirtschaftliche und gesellschaftliche Perspektiven bieten zu können. Daher stünden für das geplante Gewerbegebiet insbesondere Themen wie die Entwicklung einer modellhaften »grünen« Infrastruktur zur Einbindung des Standortes in ein regionales Biotopverbundnetz im Zentrum. Auch die deutliche Verbesserung der Anbindung an das regionale ÖPNV-Netz – und damit die Gewährleistung der Erreichbarkeit des potenziellen Gebiets für Fach-/Arbeitskräfte durch emissionsarme Verkehrsmittel – werde angestrebt.

Auf der Grundlage des Konzeptes regional bedeutsamer Gewerbestandorte (KOREG) soll im Haushaltsjahr 2021 eine Machbarkeitsstudie beauftragt werden. Das Ziel sei, die Potenziale einer gewerblichen Entwicklung mit den genannten Schwerpunkt­­setzungen zu prüfen. Dabei gehe es insbesondere auch um die Ermittlung des Bedarfs, um entsprechende Ausbaustufen zu realisieren. Auch die Vereinbarkeit mit Ansprüchen wie entstehenden Verkehrsströmen sowie Umwelt- und Klimaschutz stünden im Fokus. Denn im Sinne einer Transformation hin zu einer ökonomischen, ökologischen sowie sozial nachhaltigen Wirtschaftsstruktur gehe es darum, neue Wege zu beschreiten.